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'Tonus' und 'Stimme vom Berg'
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Kunst im öffentlichen RaumUniversitätsklinikum Freiburg |
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In der Ruhe liegt die Kraft |
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Die von ihren Ausmaßen her größte Plastik in Freiburg, sowohl in ihrer Höhe als auch in der flächenmäßigen Ausdehnung, befindet sich am Neurozentrum der Universitätsklinik an der Breisacher Straße. Betritt der Betrachter von hier aus das Gelände, ist er von dem gleichermaßen schlichten wie monumentalen Kunstwerk beeindruckt. |
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Die 1995 errichtete Plastik besteht aus drei Teilen, die sich sowohl in der Form als auch in der Symbolik aufeinander beziehen.
Den auffälligsten und wichtigsten Teil des weitläufigen Environments bildet ein 32 Tonnen schwerer, gelb- und schwarzfarbener Stahlring von 15 Metern Durchmesser, der aufrecht an einem Hang steht. Zu ihm gehört ein aus Cortenstahlplatten zusammmengeschweißter, rostiger Keil, der den Ring scheinbar am Wegrollen hindert. Eine Kugel mit eingraviertem Stern und eine Halbkugel mit jeweils einem Meter Durchmesser, beide aus schwarzem, glatt poliertem Granit gefertigt, vervollständigen das Ensemble, das in der Vorstellung von oben ein imaginäres Dreieck bildet.
Das dominierende Element, der Ring, spielt mit seiner Form zunächst auf den "Lorenzring" an, jene ringförmige Zusammenfassung aller Kliniken, die Oberregierungsbaurat Adolf Lorenz 1926 konzipiert hatte, die aber nach dem 2. Weltkrieg nicht vollendet wurde neue Klinikbauten folgten dieser Planung nicht. |
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Katases Ring besitzt in seiner komplexen Symbolik aber auch philosophische und medizinische Bezüge. "Die Farbe Gelb steht für Energie und Aktivität", erläutert Katase. "Die Farbe Schwarz für Ruhe und Entspannung. Das Helle und das Dunkle unseres Lebens müssen in einem dymanischen Spannungsverhältnis stehen."2 Katase findet mit seinem schwarzgelben Ring eine Ausdrucksform, die an das Prinzip des Yin und Yang erinnert, das in der fernöstlichen Philosophie und in deren Medizin eine große Rolle spielt. Dem Yin entspricht dort das Negative, Weibliche, Dunkle, Passive, dem Yang das Positive, Männliche, Helle und Aktive. Beide Kräfte müssen in Balance gehalten werden. Entsteht eine Disharmonie, zum Beispiel durch Krankheit, so muß die Medizin versuchen, dem Menschen das verlorene Gleichgewicht zurückzugeben. Diese wird mit dem Keil versinnbildlicht, der den Ring in der notwendigen Balance hält. |
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Die schwarze Halbkugel wiederum, deren Schnittfläche als flache Schale konzipiert ist, die Wasser aufnimmt und abgibt, ist als eine Metapher auf die menschliche Fähigkeit des Nehmens und Gebens zu verstehen. Gestalterisch greift sie die Formen von Ring, Kugel und dem kreisförmigen Brunnen, der nicht eigentlich zum Werk von Kazuo Katase gehört, noch einmal auf. |
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Auf Anregung des Universitätsbauamtes wurde Katase von der Kunstkommission der Oberfinanzdirektion nach der Fertigstellung der "Tonus" Gruppe gebeten, einen Entwurf zur Erweiterung seines Konzeptes für den Platz vor der Medizinischen Klinik vorzulegen, den Kreuzungspunkt zweier durch das Klinikgelände führender Wegachsen. |
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Ein Jahr später konnte die "Stimme vom Berg" aufgestellt werden. Der aus grünblauem Anröchter Dolomit bestehende, im Grundriß asymmetrische Kegel, der eine kreisförmige Kappe aus weißem Marmor besitzt, deutet einen schneebedeckten Berg an.3 Formal betrachtet bildet die "Stimme vom Berg" den Abschluß der Blick und Wegachse zwischen der Eingangssituation an der Breisacher Straße und den sich anschließenden Gebäuden der Universitätsklinik und stellt gleichzeitig eine Antwort auf die in Sichtweite stehende Skulpturengruppe "Tonus" dar.
Katase verbindet mit der steinernen Form ein zur Erde gerichtetes Megaphon. Doch setzt das Werk eine Vielzahl von weiteren Assoziationen frei, die Julia Dold beschreibt: "Erinnerungen an Naturphänomene, die die Faszination des Menschen hervorrufen und eine damit verbundene Reflexion über die Gefährdung initiieren, aber auch Erinnerungen an Inhalte aus der christlichen Tradition, in der der Berg immer auch die Nähe zu Gott symbolisiert." 4 |
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Der Künstler selbst betont zudem die meditative Funktion seines Kunstwerks: "Die Menschen sollten in Ruhe dem Berg begegnen, ihn beobachten, um ihre innere Stimme zu hören und ihr Dasein zu fühlen".5 |
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| Kai Fischle |
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| Kazuo Katase |
geboren 1947 in Shizuoka / Japan. |
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| Tonus (Kazuo Katase) |
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| Literatur |
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Quelle: Michael Klant: Skulpturen in Freiburg - Kunst des 20. Jahrhunderts im öffentlichen Raum, mondo Verlag GmbH Freiburg, 1. Auflage 1998, ISBN 3-922675-76-X |
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Skulptur: Stimme vom Berg, 1996 Asymmetrisch gestaltete Kegelform aus trapezförmig aufeinandergeschichteten Steinplatten. Kegel: Anröchter Dolomit (Steinbruch zwischen Kassel und Dortmund), Spitze: Italienischer Marmor; Gewicht: ca. 12 t (davon "Steinfüllung" mit Kies, ca. 10-11 t). Grundriß einförmig, Spitze kreisförmig. Maße (HxBxT): 450 x 450 x 400 cm Ausführendes Unternehmen: Fa. Friedrich Gerloff, Naturstein GmbH, Kassel. |
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| Weitere Informationen zu Kazuo Katese | ||||||||||||||||
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